KG. Blaukappen Heppendorf von 1930

Vom 77. zum 88. Geburtstag

Liebe Leserin, lieber Leser,

in unserer Festschrift anlässlich des 60-jährigen Bestehens der „Karnevalsgesellschaft Blaukappen Heppendorf“ haben wir erstmalig eine Vereinschronik aufgelegt. Diese begann mit den Ereignissen im Gründungsjahr 1930 und endete vorerst mit der Bekanntgabe des designierten Dreigestirns für die Jubiläumssession 1989/1990. Aufgrund der enormen Detailfülle der Chronik und der wertvollen Fotodokumente nahm die Festschrift ihren Weg über den Karnevalsverband Rhein-Erft in das „Deutsche Fastnachtmuseum“ in der mainfränkischen Stadt Kitzingen. Stolz sind wir bis heute, mit einem Exponat im offiziellen Museum des Bundes Deutscher Karneval vertreten zu sein, der Dachorganisation von über 5.200 Karnevalsgesellschaften, Fastnachtsvereinen, Faschingsgilden und Narrenzünften.

Auch auf den jecken 77. Geburtstag unserer Gesellschaft haben wir uns sehr sorgfältig vorbereitet. Mit einer fortgeschriebenen Gesamtchronik wiederholten wir die Zeitreise in der Jubiläumsfestschrift 2007. Diese schloss ebenfalls mit dem Hinweis auf die zukünftigen Tollitäten, wiederum ein Dreigestirn aus den Reihen der Blaukappen. Und das bisher letzte Heppendorfer Trifolium überhaupt.

An diesem Punkt nun fahren wir fort mit unserer Geschichte und erinnern an Namen, Feste, Glanzlichter und Anekdötchen.


Session 2006/2007

In Anlehnung an eine "Fußball-Weisheit" der Trainer-Legende Sepp Herberger ist ein geflügeltes Wort bei uns Karnevalisten „Nach der Session ist vor der Session“. Ganz bestimmt gilt das, wenn ein Jubiläum naht. So blickten wir im Sommer 2006 schon gespannt auf die Herausforderungen, die der 77. Geburtstag unseres Vereins mit sich bringen würde. Dennoch hatten wir in der karnevalsfreien Zeit ausreichend Gelegenheit zu gesellschaftlichen Aktivitäten.

Der diesjährige Heppendorfer Schützenkönig hieß Wolfgang Kühl, ein aktives Mitglied auch der Blaukappen. Beim sonntäglichen Aufräumen nach unserem traditionellen Grillfest erinnerte einer unserer „Kehrmännchen“ daran, dass in Grouven Schützenfest gefeiert wird. Der nächste Satz lautete: „Da geht doch der Wolfgang heute im Zug mit“. Spontan wurden Bänke und ein Tisch auf einen Hänger montiert. Zwölf Blaukappen-Frauen nahmen dort Platz, um sich nach Grouven chauffieren zu lassen. Traktorfahrer Hans-Peter Arenz wählte bewusst eine Route über Stock und Stein. Im Nachbarort angekommen, verlor unser Schützenkönig vor Freude fast die Fassung. Neben den Grünröcken auch noch lautstarke Unterstützung durch uns „Blauröcke“. Einer in unserem Verein ist eben immer für einen Geistesblitz gut.

Am Umzug anlässlich des Heppendorfer Schützenfestes nahmen wir übrigens mit der Rekordbeteiligung von über 30 Karnevalisten teil. Dann wurde es langsam ernst. Während Fußball-Deutschland noch sein Sommermärchen feierte, stellten wir unsere eigene Mannschaft auf, die das 7 x 11-jährige Bestehen der Gesellschaft vorbereitete.

Die erfahrenen Mitglieder Hans-Peter Arenz, Heinrich Hoch, Bernd Hoch, Josef Weidenfeld und Heinz Klein übernahmen die Organisation für den geplanten Festkommers. Gleichzeitig liefen auch die Vorbereitungen für die Prinzenproklamation an, denn beide Veranstaltungen sollten im Abstand von nur zwei Tagen stattfinden.

Nach vielen Stunden Arbeitseinsatz war es am 10.11.2006 schließlich soweit. Im restlos ausverkauften Festzelt auf dem Dorfplatz benötigte Prinzenführer Paul Strerath rund 30 Minuten, um Kurt Schäfer, dessen Sohn Götz Schäfer und Mathias Schauff auf die Bühne zu geleiten. Dort erwartete sie Bürgermeister Wilfried Effertz, der den exzellent aufgelegten Männern die Insignien der Macht überreichte. Vor rund 400 begeisterten Besuchern wurden zum Jubiläumsdreigestirn proklamiert

an der Spitze

Prinz Kurt I.

an seiner Seite

Jungfrau Götz-Anna

sowie

Bauer Mattes



Sieben Jahre nach der letzten Prinzenproklamation verfügte unser Ort wieder über ein Dreigestirn. Auf der proppenvollen Bühne strahlte das Trifolium um die Wette mit seinem Fahrer Manfred Alpermann.

Nach einer kurzen Nachtruhe traf sich eine Abordnung der Blaukappen am folgenden Tag, um dem Hochzeitspaar Petra und Hermann-Josef Esser zu gratulieren sowie die Berrendorfer „Narrenzunft“ zum offiziellen Sessionsauftakt zu besuchen.

Am 12.11.2006 schloss sich unser Festkommers im Zelt nahtlos an. Nach Ansprachen von Schirmherr Hans-Joachim Bertrams, Leiter des Tagebaus Hambach, und unserem 1. Vorsitzenden Willi Hintzen hielt Altbürgermeister Harald Schröder eine geniale Laudatio auf unsere Karnevalsgesellschaft. Bei der anschließenden Ehrung verdienter Mitglieder konnte Hans-Peter Arenz eine Urkunde und den Bronzeorden des Karnevalsverbandes Rhein-Erft in Empfang nehmen. Heinz Klein wurde für seine 25-jährige Mitgliedschaft in unserem Verein mit einer Nadel und einer Urkunde ausgezeichnet. Für einen süßen Schlusspunkt der überaus gelungenen Festveranstaltung sorgte Silvio Schuman. Er übergab der Gesellschaft eine überdimensionale Geburtstagstorte, versehen mit der Jubiläumszahl „77“ und dem Blaukappenemblem. Stifter und Beschenkte freuten sich gleichermaßen. Der Eine über seinen Überraschungscoup, die Anderen über die Kalorienbombe.

Mit dem Schwung der Doppelveranstaltung richteten wir auch unser Familienfrühstück und unseren traditionellen Herrenabend aus. An beiden Terminen nahmen mehr Aktive, Senatoren und Ehrenmitglieder als je zuvor teil.

Im neuen Jahr fieberten wir der Herrensitzung entgegen. Über 800 Männer aus Nah und Fern hatten Interesse an dem Spektakel angemeldet, allerdings bot unser Zelt nur Platz für 660 „jecke Käls“. Vor jedem Programmpunkt stieg Nummerngirl Vesna leicht bekleidet auf die Bühne und stimmte auf die nächsten Attraktionen ein. Natürlich waren es wieder die Showacts, die die Männer von den Stühlen rissen. Mit heißen Rhythmen brachten die Tänzerinnen der Karnevalsgesellschaft Ülekrade, von Schlenderhaner Lumpe und von Fiesta Brasil das Zelt zum Beben. Wir Blaukappen waren zufrieden und stolz, dass wir unseren Gästen auch in der 12. Ausgabe der Sitzung ein buntes und temperamentvolles Programm präsentieren konnten.

Kurz vor dem Gipfel der tollen Tage nahmen wir noch eine besondere Einladung unseres Landrats Werner Stump an. Im Tanzsportzentrum Brühl gaben sich über 60 Dreigestirne und Prinzenpaare die Ehre. Von zahlreichen Vertretern unserer Gesellschaft begleitet, machte auch das Heppendorfer Trifolium eine blendende Figur beim Tollitätenempfang.

Der erstklassigen Stimmung auf der Herrensitzung stand das „Fest in Blau“ in nichts nach. Die Tanzgruppe Hot Shots, die Band Die Bremsklötz, die Gesangs- und Tanzgruppe Mennrather Dreamboys und viele weitere Kräfte überzeugten mit sehenswerten Darbietungen. Und allzeit mittendrin unser Jubiläumsdreigestirn, das sich dem närrischen Volk bis zum Schluss souverän und schwungvoll zeigte. Hoch zufrieden brachten wir unsere Jubiläumssession zu Ende.


Session 2007/2008

Diese Session bot uns nur ein kleines Zeitfenster, so dass wir unseren „Karnevalistischen Frühschoppen“ bereits auf den 11.11.2007 legten. Während wir dem Bürgermeisterempfang am selben Tag nur mit einer kleinen Abordnung folgen konnten, besuchten wir unsere befreundeten Karnevalsvereine zumeist mit einer großen Anzahl von Blaukappen. Das auswärtige Zusammentreffen mit den anderen Stadtgesellschaften hat Tradition – und so wollten wir es auch beibehalten.

Mit der 13. Herrensitzung im Januar 2008 stellten wir einen neuen Besucherrekord auf. Knapp 700 Männer genossen eine prächtige Sitzung, die immer wieder Garant für beste Stimmung und weit über die Grenzen des Rhein-Erft-Kreises bekannt ist. Von Anfang an und jedes Jahr als Eisbrecher dabei brannte Hans Martin Schmitz, bekannt als Ne Jong vom Land, erneut ein Feuerwerk ab. Seine launigen Kommentare zu aktuellen „Höhepunkten“ aus der Fernseh- und Unterhaltungsbranche zündeten ebenso wie die klasse Auftritte von Funky Marys und Los Rockos. Sowohl die fünf hübschen Mädche vum Rhing als auch die aus Brühl stammende Party-Band ließen es auf der Bühne richtig krachen.

Zur Sternstunde des diesjährigen Karnevals geriet das „Fest in Blau“, zu dem die Kölner Domstädter mit über 120 Musikern und in deren Begleitung 50 schottische Dudelsackpfeifer erschienen. Das imposante Aufgebot veranlasste unseren Sitzungspräsidenten Willi Hintzen zu der Aussage: „Die blose uns dat Zeltdaach fott.“ Bei der Gänsehaut-Vorführung hatten viele unserer Gäste Tränen in den Augen. Natürlich nur mit Hilfe von Sponsoren sind solche Glanzlichter möglich. Den Gönnern aus unseren Reihen sagen wir ein herzliches Dankeschön für ihre noblen Spenden. So ergriffen das Publikum bei den schottischen Klängen auch war, so frenetisch feierte es den Bauchredner Klaus, dessen Affe Willi das Zelt mit frechen Sprüchen zu begeistern wusste. Und dann erregte noch eine junge, bunte Musikgruppe die besondere Aufmerksamkeit der Anwesenden. Mit ihrem erfrischenden Auftreten drehte die damals noch unbekannte Formation Querbeat weiter ordentlich an der Stimmungsschraube. Heute ist diese Gruppe eine der begehrtesten Bands im Kölner Karneval.

Bei strahlendem Sonnenschein hieß es am Karnevalssonntag „D´r Zoch kütt“, zu dem sich die Ortsvereine wieder schöne Fußgruppen und Wagen hatten einfallen lassen. Die kompakte Session klang mit dem üblichen bunten Trubel im Festzelt aus.

Die Neuwahl des Vorstands stand auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung im Mai 2008. Dabei stellten sich erfahrene Vorstandsmitglieder zur Wiederwahl, und auch motivierte Neuzugänge interessierten sich für eine Mitarbeit in der Führungsmannschaft. So erhielten den Auftrag, das karnevalistische Brauchtum im Ort weiter zu pflegen:

Präsident Willi Hintzen

Vizepräsident Herbert Lefèbre

1. Vorsitzender Silvio Schuman

Geschäftsführer Bernd Hoch

Schriftführer Dr. Jürgen Hille

1. Schatzmeister Ralf Klein

2. Schatzmeister Markus Häußler

Literat Hans-Peter Arenz

Zelt- und Bühnenmeister Bruno Schultze

Beisitzer Mathias Schauff

Beisitzer Peter Schneider


Natürlich nutzten wir die karnevalsfreie Zeit auch in diesem Jahr, um unseren Zusammenhalt zu fördern. Beim Grillfest verlebten wir mit unseren Familien einen wunderbaren Abend. Und es war eine prima Gelegenheit,
Heinz Klein für seine 24-jährige hervorragende Vorstandsarbeit zu danken. Der ehemalige Schatzmeister ist beliebt und gefürchtet für seine stets lustigen, aber auch kritischen Jahresrückblicke. Während die Fleißigen den Ritterschlag für ihre Leistungen erhalten, straft er die Abteilung „Pleiten und Pannen“ mit ironischen Bemerkungen. Glücklicherweise verschwindet sein Vortrag anschließend immer im Tresor.

Auch Zelt- und Bühnenmeister Bruno Schultze staunte nicht schlecht, als er zu seinem 60. Geburtstag ins Bürgerhaus gebeten wurde. Dort hatte seine Familie mit tatkräftiger Unterstützung einiger Blaukappen eine riesige Überraschungsfeier vorbereitet. Der Abend entwickelte sich sowohl für das beliebte Vorstandsmitglied als auch für seine Gäste zu einer unvergesslichen Fete.

Die Teilnahme am jährlichen Turnier „Unser Dorf spielt Fußball“ des Heppendorfer Sport-Clubs HSC verlief deutlich weniger erfolgreich. Wollen wir es an dieser Stelle bei dem olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“ belassen.

Stephan Ripp, Harald Trimborn, Peter Schneider und Christoph Koch traten in die Gesellschaft ein. Als Senatoren konnten wir Dr. Thomas Hönig, Günter Bott und Bert Messerich begrüßen.

Im Jahr 2008 verstarben unsere Mitglieder Manfred Möllhoff, Heinrich Esser und Josef Spohr.


Session 2008/2009

Die Session hatte noch nicht richtig begonnen, da gab es schon den ersten Paukenschlag. Die Karnevalsgesellschaft Zochjecke Rut-Wieß verkündete, dass sie nicht mehr die Organisation und Durchführung des Karnevalsumzugs übernimmt. Da es für Alle im Ort unvorstellbar war, Fastelovend ohne „Zoch“ zu feiern, lenkten wir Blaukappen umgehend ein. Unsere Gesellschaft erklärte sich bereit, auch den Umzug zu verantworten.

Schnell kürten wir unsere jungen Schatzmeister Markus Häußler und Ralf Klein als Zugleiter und stellten ihnen die Aufgabe, im kommenden Jahr einen bunten Zug zu gestalten. Einmal mit dem Thema befasst, beschlossen wir gleich noch eine Neuerung. „D´r Zoch“ wird ab sofort jedes Jahr einen anderen Weg durch den Ort nehmen, damit dauerhaft keine Straße von der närrischen Parade ausgeschlossen bleibt.

Natürlich wurde unsere Herrensitzung im Februar 2009 ihrem Ruf wieder vollauf gerecht. Dass sie eine der turbulentesten Veranstaltungen ihrer Art ist, weiss die gesamte Region. So glich denn das herrlich dekorierte Festzelt während der 14. Auflage erneut einem Tollhaus. Die Showtanzgruppe Maiblömche, der Bauchredner Fred van Halen mit Emu Aky, das Musikcorps Ritter em Ulk, die Brass und Marching Band Querbeat und weitere fabelhafte Kräfte sorgten für eine super Stimmung unter unseren Gästen. Einziger Wermutstropfen war der Abschied unseres beliebten Nummerngirls Mandy. Der von allen „Häre“ vergötterte blonde Hingucker zog bei seiner Abschiedsvorstellung nochmals alle Register und ließ die Männerherzen einmal mehr höher schlagen.

Traditionell starteten wir mit dem Besuch des Kindergartens in den Weiberfastnacht, bevor wir abends zur bewährten Party in unser Zelt einluden.

Auch für das „Fest in Blau“ hatte Literat Hans-Peter Arenz ein attraktives Programm zusammengestellt. Im Laufe des Abends hieß unser engagierter Elferrat Reitercorps Jan von Werth, Männerballett Zuckerknolle, Mundartband De Fröngde u. a. auf der Bühne willkommen, die die Kostümierten auf grandiose Weise unterhielten.

Dann war der Karnevalssonntag da und mit ihm der erste von uns organisierte Umzug. Vor dem Abmarsch wurden die Teilnehmer mit einer herzhaften Erbsensuppe aus der Feldküche von Silvio Schuman und Dr. Jürgen Hille bestens versorgt – „un dat för ömesöns“.

Premiere feierte auch der neue Karnevalswagen unserer Gesellschaft. Überall im Ort erntete der Prunkwagen Anerkennung. Auf die bewundernden Blicke war besonders unser 1. Vorsitzender Silvio Schuman stolz, denn er hatte das Schmuckstück entworfen. Bei der baulichen Umsetzung unterstützten ihn u. a. Jochen Wiesner, Wilfried Huhn, Dr. Jürgen Hille sowie die Brüder Friedel und Hermann-Josef Esser.

Und unsere beiden Zugleiter Markus und Ralf hatten auch ganze Arbeit geleistet. Sie lenkten die farbenfrohe Karawane souverän durch die Ortschaft.

In die Zeit zwischen den Sessionen fiel das Turnier „Ein Dorf spielt Fußball“. Im Juni 2009 trat für den Verein eine personell reduzierte Mannschaft an, die letztlich nur den Wunsch hatte, diesen Wettkampf irgendwie zu überstehen. Die Blaukappen-Kicker zogen sich Schrammen, Beulen, eine Muskelzerrung und eine Rippenprellung zu. Mit ihrem aufopferungsvollen Einsatz sicherten sich unsere Fußballer aber am Ende einen achtbaren 6. Platz.

Als neue Senatoren stellten sich Andreas Benthake, Jörg Merzenich und Frank Nelles in der Gesellschaft vor.


Session 2009/2010

Die Blaukappen konnten auf eine 80-jährige Vereinsgeschichte schauen. Das runde Datum wurde aber nicht besonders hervorgehoben, da die Gesellschaft nur sogenannte „Schnapszahl-Geburtstage“ außergewöhnlich feiert. Allerdings wurden Gerhard Engels und Hans Leo Schauff für 40 Jahre Treue zum Verein besonders gewürdigt. Letzterer stand unserer Gesellschaft von Mai 1978 bis Mai 1980 als Präsident vor.

Schwach war unser Frühschoppen im Januar 2010 besucht. Sicherlich erschienen im Bürgerhaus ausreichend Vertreter befreundeter Karnevalsgesellschaften, Heppendorfer Dorfvereine und Organisationen, aber die Blaukappen wünschten sich mehr Besucher aus dem Ort.

Zum ersten Mal begleitete uns die junge Tanzgruppe Kölsch Feuer zu einigen unserer auswärtigen Terminen. Die Showtänzerinnen gehören zur kfd Heppendorf und hinterließen mächtig Eindruck bei ihren Vorführungen.

Erstmals schafften wir uns speziell angefertigte Vereinsfahnen zur Beflaggung der Wohnhäuser an. Während der Karnevalszeit angebracht, dokumentieren sie für jedermann, wo überall im Ort Blaukappen ihr Zuhause haben. Außerdem finanzierten uns einige generöse Sponsoren übergroße Banner zur Dekoration des Festzelts.

Natürlich waren die „raderdollen“ Männer bei der Herrensitzung im Februar 2010 gespannt darauf, wer die Nachfolge von Nummerngirl Mandy antreten würde. Unser Verein konnte die hohen Erwartungen erfüllen und mit der Knallerfrau Blondie einen heißen Feger begrüßen, der seinem Namen auch frisurtechnisch alle Ehre machte. Und unser Elferrat gab ebenfalls eine makellose Figur ab, als er in neuen Clown-Kostümen die Bühne betrat. Dann nahm der übliche Wahnsinn seinen Lauf. Während die Party-Band Los Rockos, die Showtanzgruppen Maiblömche und Wibbelstätze, die Musikgruppen Ratsherren von Unkel und Die 3 Colonias sowie sonstige Künstler für eine super Atmosphäre sorgten, tobte die Männermasse. Wie immer, jede Menge Testosteron im Festzelt, aber alles absolut friedlich.

Natürlich folgte auf Weiberfastnacht das bewährte „Fest in Blau“, bei dem vier verdiente Blaukappen für ihre langjähriges Engagement geehrt wurden. So konnten Josef Hilgers und Rolf Kerz für ihre 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Josef Schauff und Waldemar Teske wurden sogar in den Rang von Ehrenmitgliedern erhoben.

Mit Spannung erwarteten insbesondere unsere weiblichen Gäste den Auftritt des Thorrer Schnauzerballetts. Ganz stolz war unser Literat Hans-Peter Arenz auf die Verpflichtung dieser bombastischen Truppe, denn er hatte jahrelang darauf hingearbeitet, die Männer aus dem Nachbarort in Heppendorf präsentieren zu können. Souverän übernahmen die Schnauzer die gesamte Bühne und begeisterten das Volk mit einem spektakulären Showtanz. Dabei wurde unser über die Stadtgrenzen von Elsdorf hinaus beliebter Sitzungspräsident Willi Hintzen in die fantastische Vorstellung eingebaut. Er wurde kurzerhand vom Schnauzerballett in ein entsprechendes Kostüm „geschossen“ und legte mit den Männern eine flotte Sohle aufs Parkett. Gott sei Dank konnten wir unseren obersten Karnevalisten davon abhalten, in die Showtanzgruppe überzuwechseln.

Der Karnevalszug fand dieses Mal unter ganz besonderen Bedingungen statt, denn es hatte sehr viel geschneit. Der Zugweg verschwand unter einer geschlossenen Schneedecke, was der allseits guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Das sonst beliebte Kölsch wurde gegen so manchen Glühwein getauscht, und häufig gab es am Straßenrand Heißes vom Grill.

Später im Jahr, beim Heppendorfer Schützenfest, herrschten natürlich ganz andere Wetterbedingungen. Immer wieder gerne nehmen wir am Umzug der Sankt Sebastianus Schützen durch unsere Ortschaft teil, wobei wir in diesem Jahr stolze 28 Blaukappen im Festzug zählen konnten.

Wie üblich war die Bühne für den Elferrat nach den tollen Tagen im Bürgerhaus-Lager verstaut worden. Doch zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass die Konstruktion im nächsten Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen würde. Das von unserem ehemaligen Mitglied und Literaten Manfred Jansen gebaute Podium sollte durch ein moderneres Exemplar ersetzt werden. Unter der Federführung von Silvio Schuman, Wilfried Huhn, Hermann-Josef Esser, Dr. Jürgen Hille, Karl-Heinz Tautz und Jochen Wiesner begannen im Laufe des Jahres 2010 die Arbeiten an einem neuen Elferrats-Tisch. Herausgekommen ist ein kleines Meisterstück, das sich durch blaue LED’s und Halogenstrahler sowie ein insgesamt geringeres Gewicht gegenüber dem Vorgänger auszeichnet.

Als Senatoren wurden Helmut Paas und Dieter Fischer in die Gesellschaft aufgenommen.


Session 2010/2011

Im Januar 2011 waren unserer Kommune die Stadtrechte verliehen worden. Zum Sessionsauftakt empfing Bürgermeister Wilfried Effertz die Karnevalsvereine aus den einzelnen Ortsteilen daher nicht mehr im Rathaus der Gemeinde, sondern der „Stadt“ Elsdorf.

Bei unserem Familienfrühstück drohte das Bürgerhaus aus allen Nähten zu platzen. So wie andere Vereine stolz ihr „soundsovieltes Dreigestirn ununterbrochen“ präsentieren, kündigte unser Präsident
Willi Hintzen „Die 16. ausverkaufte Herrensitzung in Folge“ an. Er hatte die Lacher auf seiner Seite. Senator Michael Heyden stellte am Ende eines wunderschönen Tages begeistert fest: „Wat för en schöööööön Familich“.

Nach dem Besuch zahlreicher Veranstaltungen unserer befreundeten Karnevalsvereine konnten wir im Februar 2011 wieder 700 Gäste zur Heppendorfer „Häresitzung“ begrüßen. Mittlerweile reisen die närrischen Männer aus ganz NRW an, und so mancher Club macht bereits aus der Anfahrt ein Event. Da stehen Doppeldecker-Busse, Plan- und Bollerwagen sowie Traktoren mit Anhängern am Dorfplatz und sorgen für die erste Attraktion. Die Showtänze der Formation
Blue Dance Girls und der Karnevalsgesellschaft Maiblömche brachten die Kerle dann ebenso aus dem Häuschen wie die Musik der Bands De Bajaasch und De Botzedresser. Beim Auftritt der attraktiven Girlgroup Echt Lecker standen die Männer schließlich auf den Tischen. Kurze Röcke, feurige Tänze, pralle Musik. Also, wieder einmal der ganz normale Wahnwitz in unserem kleinen Ort.

Etwas rückläufige Besucherzahlen machten unser „Fest in Blau“ in den letzten Jahren ein wenig zum „Sorgenkind“. Doch davon konnte diese Session keine Rede sein, denn weit über 450 Kostümierte strömten ins Zelt, um einen bunten Abend zu erleben. Und sie wurden mit einem wunderschönen Programm belohnt. Nach seiner viel umjubelten Galavorstellung 2008 spielte sich der Domstädter Köln e.V. mit seinen schottischen und englischen Freunden erneut in die Herzen unseres Publikums. Sollte die Bühne unter der beängstigenden Last von insgesamt 136 Musikern geächzt haben, ging das Knirschen in einem formidablen Konzert von Dudelsackspielern, Pfeifern und Paukenschlägern unter. Anschließend bewies das Ausnahmekorps Kölner Rheinveilchen tänzerische Akrobatik auf höchstem Niveau. Mit den Tanzgruppen Hellige Knäächte un Mägde sowie De Heinzelmänncher zo Kölle waren weitere Spitzenkräfte des Kölner Karnevals bei uns am Start. Musik zum Schunkeln und Mitsingen bzw. Abrocken gab es von King Size Dick und Los Rockos. Geschäftsführer Bernd Hoch wird den Abend in bester Erinnerung behalten. Er wurde mit dem Verdienstorden unserer Gesellschaft ausgezeichnet.

Im Karnevalszug am Sonntag tauchte ein Planwagen mit der Aufschrift Krabbelgruppe auf – besetzt allerdings mit der „Rentner-Abteilung“ unserer Gesellschaft. Was war passiert?

Aus einer Bierlaune heraus hatten einige reifere Blaukappen ihre Teilnahme mit einem „Seniorenwagen“ angekündigt und ihr Gefährt dazu altersgerecht eingerichtet. Sitzkissen, warme Decken, „einige Kurze“ und reichlich Wurfmaterial sorgten für einen riesigen Spaß bei den „Alten“. Zum Blickfang des neuen Motto-Wagens gerieten zwei Blaukappen-Fahnen, die Senator Rolf Dieter Scholz den Senioren gestiftet und dekorativ an dem Hänger befestigt hatte. Die Krabbelgruppe bereichert seitdem alljährlich den „Zoch“, und unsere Gesellschaft freut sich, die „Alten“ an diesem Tag wortwörtlich mitzunehmen.

Leider verstarb Rolf Dieter Scholz im Mai 2011 nach langer Krankheit. Seine Beisetzung fand am Tag unserer Jahreshauptversammlung statt. Das Zusammenkommen verlief sehr bedrückend, aber es half nichts, an diesem Abend waren einige Entscheidungen zu treffen. So wurden sämtliche Repräsentanten bei der Vorstandswahl in ihren Ämtern bestätigt. In diesem Zusammenhang ersetzte die Gesellschaft die Posten der beiden Beisitzer durch zwei Zugleiter, namentlich Jörg Kleinhans und Peter Schneider.

Danach setzte sich der Vorstand folgendermaßen zusammen:

Präsident Willi Hintzen

Vizepräsident Herbert Lefèbre

1. Vorsitzender Silvio Schuman

Geschäftsführer Bernd Hoch

Literat Hans-Peter Arenz

1. Schatzmeister Ralf Klein

2. Schatzmeister Markus Häußler

Schriftführer Dr. Jürgen Hille

Zelt- und Bühnenmeister Bruno Schultze

1. Zugleiter Jörg Kleinhans

2. Zugleiter Peter Schneider

Zeit für Sport gab es wieder im Sommer. Beim Heppendorfer Turnier „Ein Dorf spielt Fußball“ stellte unser Trainer Jörg Kleinhans eine schlagkräftige Truppe auf, die dem Verein nach einem fabelhaften Spieltag den 2. Platz sicherte. Die Freude bei Spielern und etlichen Blaukappen-Fans war immens.

Zu unserem Grillfest erschienen zahlreiche Mitglieder mit ihren Familien, insgesamt über 120 Teilnehmer. Traditionell präsentierte Hans-Peter Arenz seine Diashow von der abgelaufenen Session, und die erfolgreichen Fußballer hielten ihren gewonnenen Pokal in die Höhe.

Heinz-Bert Kaiser, Dietmar Kaiser und Ingo Reckmann traten als Senatoren in die Gesellschaft ein.


Session 2011/2012

Alles wie immer? Ja und Nein. In dieser Session erlebten wir gleich mehrere Premieren, eine davon ganz bestimmt ungewollt. Aber der Reihe nach.

11.11.´11, 11:11 Uhr. Ausnahmezustand, denn numerisch ist mehr jecker Start in die 5. Jahreszeit nicht drin. Hatte uns Bürgermeister Wilfried Effertz zum Karnevalsauftakt in das Elsdorfer Rathaus gebeten, eröffneten wir Blaukappen bereits zwei Tage später den Heppendorfer Fastelovend im Bürgerhaus. Für Heinz Tochtenhagen und Josef Weidenfeld hielt der „Karnevalistische Frühschoppen“ eine besondere Auszeichnung bereit. Beide wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Dieses Jubiläum konnte auch unser ehemaliger Pastor und Ehrenmitglied Franz-Erich Kirsch feiern. In Abwesenheit gratulierte ihm die Gesellschaft zu einem Vierteljahrhundert Vereinstreue.

Unseren Herrenabend verlegten wir nach vielen Jahren vom „Clubheim Arenz“ in die „Dorfschänke“ von Elke und Jürgen Radke. Glücklicherweise änderte sich außer der „Location“ nichts, denn wir genossen einen feucht-fröhlichen Abend bei gut aufgelegten Wirtsleuten.

Natürlich gehörten die Besuche bei unseren befreundeten Karnevalsgesellschaften erneut zum süßen Pflichtprogramm. Man kennt sich, man feiert miteinander. Wie gewohnt wurden wir dabei tatkräftig von unseren Frauen und Partnerinnen unterstützt, die uns gelegentlich sogar auf die Bühne der Gastgeber begleiteten. Natürlich sorgt ein Gruppenbild mit unseren „Besseren Hälften“ für einen exzellenten Eindruck. Sollen die Anderen doch ruhig sehen, was wir für großartige Lebensgefährtinnen haben. Apropos, prächtiger Anblick. Auch die Tanzabteilung der kfd Heppendorf, Kölsch Feuer, begleitete uns wieder mehrmals bei Auswärtsterminen und sorgte mit ihrem Können erneut für sehr viel Begeisterung bei den Zuschauern.

Und dann war es im Februar 2012 wieder soweit. Die Invasion feierwütiger Männer am Sonntag vor der Karnevalswoche zeigte nachdrücklich: Es ist Herrensitzung. Vollkommen überraschend gingen beim Einzug unseres Elferrates sämtliche Lichter aus. Die Gesellschaft hat sicherlich schon einiges erlebt, totaler Stromausfall gehörte bisher nicht dazu. Auf Kommando unseres Literaten Hans-Peter Arenz enterte das Musikcorps der Altstädter Köln die Bühne, fand seine Noten auch im Dunkeln und überspielte souverän die Panne. Lästermäuler behaupteten später, das alles wäre eine absichtliche Inszenierung gewesen. Bei so manchem Besucher konnten wir allerdings wirklich die Meinung gewinnen, dass er das Malheur nicht mitbekam und sich im Stillen dachte „Was für eine brillante Eröffnung“.

Nachdem die Bühne wieder in ordentliches Licht getaucht war, konnte der Elferrat sein neues Outfit präsentieren: Dunkelblaue weite Hose und einen schönen blau-weiß gestreiften Clown-Frack mit weißer Weste und angemalter „Clownmaske“. Vizepräsident Herbert Lefèbre stellte begeistert fest: „Jungs, Hollywood lässt grüßen, Ihr seht aus wie Filmstars.“ Anschließend nahm die 17. Ausgabe unserer „Häresitzung“ ordentlich Fahrt auf. Am Programm wirkten u. a. De 5 Fliege, Blom und Blömcher, Palm Beach Girls und Puddelrüh mit. Nach lautstarken Raketen und Zugaben lag sich die gesamte Herrensitzungs-Familie am Ende wieder einmal selig in den Armen. Männer, was wollt Ihr mehr! Tusch!

Für den Kostümball an Wieverfastelovend hatte sich die Gesellschaft eine Neuerung überlegt. Erstmals übernahmen wir Blaukappen die Bewirtung des närrischen Volks. Hektik kam an diesem Abend allerdings nicht auf, denn wir wurden kaum beschäftigt. Hatten wir uns am Donnerstag deutlich mehr Gäste gewünscht, freuten wir uns beim „Fest in Blau“ sehr über den riesigen Andrang der Jecken. Im rappelvollen Festzelt begeisterten Fidele Bröhler Falkenjäger, Kölsch Feuer, Schlenderhaner Lumpe, Fidele Kölsche u. a. alle Anwesenden. Ein Wiedersehen gab es auch mit dem Thorrer Schnauzerballett, das seinen famosen Auftritt von vor zwei Jahren mit Bravour wiederholte. Die drahtigen Männer aus dem Nachbarort lösten erwartungsgemäß enorme Verzückung bei unserem weiblichen Publikum aus.

Am Karnevalssonntag erzeugte ein Schneeschauer kurzzeitig Unbehagen. Mit besorgten Mienen schauten die Zugleiter Peter Schneider und Jörg Kleinhans immer wieder zum Himmel. Als sie den „Zoch“ in Bewegung setzten, kam plötzlich die Sonne hervor und schien, bis die bunte Karawane den Dorfplatz wieder erreicht hatte. Unmittelbar danach begann es zu hageln. Mit dem passgenauen Abschluss feierten unsere beiden neuen Zugleiter einen prima Einstand.

Der Rücktritt unseres langjährigen Schatzmeisters Ralf Klein machte eine personelle Umgestaltung des Vorstands und damit Neuwahlen erforderlich. Auf der Jahreshauptversammlung im Mai 2012 stimmte die Gesellschaft über ihre „Funktionäre“ ab:

Präsident Willi Hintzen

Vizepräsident Herbert Lefèbre

1. Vorsitzender Silvio Schuman

Geschäftsführer Bernd Hoch

Schriftführer Dr. Jürgen Hille

1. Schatzmeister Markus Häußler

2. Schatzmeister Jörg Kleinhans

Literat Hans-Peter Arenz

Zelt- und Bühnenmeister Bruno Schultze

1. Zugleiter Peter Schneider

2. Zugleiter Axel Weiß

Von Mitgliedern des örtlichen Junggesellenvereins „Frohsinn“ wurden wir bei unserem sommerlichen Familiengrillfest vortrefflich mit Speisen und Getränken versorgt. Kurz vor Mitternacht erhielten wir noch Besuch von Mitarbeiterinnen des Kath. Kindergartens, die ihre Kollegin Karin Schäfer feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hatten. Es wurde eine sehr lange Nacht für alle Beteiligten.

Erneut um die sportliche Ehre kämpften wir am heißesten Wochenende des Jahres. Für das alljährliche Dorfturnier hatte unser Trainer Jörg Kleinhans eine Fußballmannschaft aus Mitgliedern und Freunden der Blaukappen zusammengestellt. Ehrlicherweise müssen wir einräumen, dass wir nicht mehr ganz vorne mitspielen können. Umso mehr sind wir mit dem Herzen dabei und genießen die familiäre Atmosphäre auf dem Sportplatzgelände. Am Ende des Tages belegten wir Karnevalisten einen für uns respektablen 7. Platz.

Unser Ehrenmitglied Waldemar Teske verstarb im Jahr 2012.


Session 2012/2013

Was macht ein KARNEVALSVEREIN, wenn die übrigen Jecken am Veilchendienstag den „Nubbel“ verbrennen, um alle im Fastelovend begangenen Sünden und Verfehlungen zu tilgen? Was macht ein KARNEVALSVEREIN, wenn die übrigen Jecken singen „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ und – angesichts „auseinander brechender Schwüre von Treue“ - erleichtert ihre Kostüme wegpacken?
RICHTIG. Für IHN ist jedenfalls keine Rede von „Wie schön es auch sei, dann ist alles vorbei“. Mit Blick auf die kommende Session beginnen für IHN vielmehr die Arbeiten von vorne.

Zum umfangreichen Pensum gehören Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen, Kassenprüfung und –bericht, Kontaktaufnahme zu Künstlern und Agenturen, Programmfestlegung, Verhandlungen mit Zeltverleihern und Caterern, Entwurf des Sessionsordens, Planung von Grillfest, Familienfrühstück, Herrenabend und „Karnevalistischem Frühschoppen“. Hinzu kommen die Besuche der anderen Ortsvereine und unserer befreundeten Karnevalsgesellschaften. Und das Jahr für Jahr. Aber: Et jitt kei größer Leid als dat, wat d´r Minsch sich selver andät.

Natürlich sind alle unsere Mitglieder mit Rat und Tat bei der Sache. Gewaltiges Engagement, wohin das Blaukappen-Auge auch schaut. WIRKLICH? Die ehrliche Antwort lautet: Der eine mehr, der andere weniger. Mit diesem unterschiedlichen Verständnis von Einsatz starteten wir auch dieses Mal in die neue Session.

Zum ersten Mal zeichnete Bernd Hoch für die Gestaltung des Karnevalsordens verantwortlich. Er löste Heinz Klein bei dieser Aufgabe ab, dessen außerordentliches Engagement der Gesellschaft als gutes Vorbild dienen mag. Ein ganz großes Dankeschön an Heinz, der über viele Jahre hinweg die herrlichsten Motive auf unsere Orden zaubern ließ.

Erstmals moderierte unser Mitglied Axel Weiß den „Karnevalistischen Frühschoppen“. Der Verein lobte ihn ausgiebig dafür: „Jung, dat häst Do jood jemaat“. Im Rahmen dieser Veranstaltung zeichnete Karl Matheis, Distriktleiter des Karnevalsverbandes Rhein-Erft, mehrere Blaukappen aus. So freuten sich Silvio Schuman, Markus Häußler, Ralf Klein und Bernd Hoch über den Verdienstorden in Bronze bzw. Hans-Peter Arenz über den Verdienstorden in Silber. Die Urkunden und Orden wurden den Geehrten vom Dreigestirn der Stadt Elsdorf überreicht. Eine glänzende Idee!

Schon vor dem eigentlichen Start bot auch die diesjährige Herrensitzung ein fabelhaftes Schauspiel. So kamen einige Besucher mit einer weißen Stretchlimousine vorgefahren, andere Männer erschienen mit einem mächtigen Bulldozer. Diese Kerle hatten für ihre Anreise sogar eine eigene Kapelle dabei, die sie musikalisch begleitete und ins Zelt spielte.

Und welcher Gast erkannte sie nicht, die einleitenden Worte unseres Sitzungspräsidenten Willi Hintzen: „Es ist Karneval, es ist Sonntag, der 3. Februar 2013, es ist Herrensitzung in Heppendorf“.

Jede Sitzung beginnt mit diesem Ritual.

Im Schlepptau des Elferrates empfingen die jetzt schon „raderdolle Häre“ mit lautem Getöse Mandy - das beliebte Nummerngirl war nach Heppendorf zurückgekehrt und präsentierte sich in Bestform. Im Laufe des Tages gaben sich Nippeser Bürgerwehr, Blom un Blömcher, Rote Husaren Manheim, Fred van Halen mit seinem Federvieh Aky, Golden Girls und viele andere Kräfte die Ehre. Den würdigen Abschluss bildete die Brauchtumsgruppe Fidele Kölsche. Dieses bewundernswerte Ensemble verkörpert in den Figuren des Hänneschen-Theaters, in Kölschen Originalen, in kostümierten Typen der Jahrhundertwende und in Uniformierten der Kölner Traditionscorps einen repräsentativen Querschnitt des kölschen Fasteleers. Zurecht wollten unsere Gäste diese Akteure nicht von der Bühne lassen und jagten eine donnernde Rakete durch das Festzelt.

Ein Ausspruch von Schriftführer Dr. Jürgen Hille beschreibt vortrefflich unsere Herrensitzungen: „Das ist der Tag, an dem sich die Heppendorfer Männer einfach mal selbst feiern.“

Nach dem gelungenen Moderatorenwechsel beim „Karnevalistischen Frühschoppen“ kündigte sich auch ein Debüt für das „Fest in Blau“ an. Axel Weiß übernahm zum ersten Mal die komplette Sitzungsleitung und führte routiniert durch das vielfältige Programm, zu dem Funkengarde Erkelenz, Los Rockos, Echt Lecker, Die Tanzbienen und weitere Künstler zählten.

Im Laufe der Sitzung wurden Hermann-Josef Esser sowie die Senatoren Dr. Jürgen Hille und Jochen Wiesner mit Verdienstorden und Urkunde unserer Gesellschaft ausgezeichnet. Eine ganz besondere Ehrung kam unserem langjährigen Mitglied Otmar Dolfen zuteil. Nach einer kleinen Suchaktion fand sich Otmar auf der Bühne ein, so dass ihm der Vorstand eine Jubiläumsurkunde für seine 40-jährige Zugehörigkeit zu den Blaukappen überreichen konnte. Otmar bekleidete in der Zeit von August 1974 bis Mai 1978 das Präsidentenamt. Unter seiner Regie begann der Vorstand mit der Teilnahme der Gesellschaft am Karnevalszug.

Den Schlusspunkt unter eine gelungene Veranstaltung setzten die „Original Eschweiler Fanfaren“. Erst nach mehreren Zugaben und unter tosendem Applaus gab ihnen das Publikum den Weg nach Hause frei.

Impressionen vom Umzug am Sonntag:

Ein geselliger Karnevalsabschluss stellte erneut das Arbeitstreffen am Rosenmontag dar. Während viele Blaukappen-Hände wie gewohnt die Elferratsbühne, das Bühnenbild und sämtliche Dekoration in den Lagerräumen verstauten, bereiteten unsere lieben Frauen im Bürgerhaus ein herzhaftes Frühstück vor. Nach getaner Arbeit stürzten sich die fleißigen Helfer auf das leckere Buffet. Dabei lief die Session nochmals vor unserem geistigen Auge ab, und wir gaben so manche lustige, aber auch nachdenkliche Anekdote zum Besten. Oft standen den Anwesenden vor Lachen die Tränen in den Augen. Wie jedes Jahr am Rosenmontag bekam so manches Mitglied beim Kehraus “sein Fett weg“.

In der Session konnte der Verein die Brüder Dietmar und Lothar Wildner sowie Rudolf Esser als Senatoren begrüßen.


Session 2013/2014

Nach dem Tod seiner Frau Elke hatte sich unser Gastwirt Jürgen Radke entschieden, „sing Weetschaff“ zum 31.11.2013 zu schließen. So fand denn unser Herrenabend zum letzten Mal in unserem Vereinslokal „Dorfschänke“ statt.

Ansonsten „Alles wie gehabt“.

Und doch war nicht alles wie immer, denn unserer Gesellschaft kam eine immense Ehre zuteil. Der Blaukappen-Vorstand erhielt vom Kölner Dreigestirn eine persönliche Einladung in die Kölner Hofburg Dorint Hotel, heute unter dem Namen Hotel Pullman Cologne bekannt. Möglich wurde dies auf Vermittlung von Jörg Kleinhans, dessen Chef als Karnevalsprinz Björn I. die Kölner Narren regierte.

Angesichts der einmaligen Gelegenheit gab es kein Nachdenken, und der komplette Vorstand setzte sich in Bewegung, um dem Dreigestirn der Domstadt persönlich seine Aufwartung zu machen. Dicht gedrängte Termine des Kölner Trifoliums sorgten dafür, dass wir an diesem Abend lange warten mussten, bis wir das Dreigestirn samt Gefolge endlich zu Gesicht bekamen. Nach einem sehr kurzen Fotoshooting im Foyer des Hotels verschwanden die Kölner Tollitäten auf ihren Zimmern, um die Gewänder abzulegen. Eine gefühlte Ewigkeit später erschien dann der frisch geduschte Prinz in Zivil und begrüßte uns Blaukappen richtig. Jungfrau und Bauer schafften es nicht mehr bis zu uns. Prinz Björn I. nutzte anschließend die Begegnung, um unserem Alt-Präsidenten Willi Hintzen die begehrte Prinzenspange zu verleihen.

Nächtens kamen auch Jörg Kleinhans und Bernd Hoch noch in den Genuss dieser Ehrung. Die beiden so Ausgezeichneten verließen mit Hans-Peter Arenz als Letzte das Stelldichein. Unser Literat hatte sich als Chauffeur zur Verfügung gestellt und gab sich an der Ausfahrt des Parkhauses kurzerhand als Prinzenfahrer aus. Sehr zu ihrer Belustigung hob sich sofort die Schranke und die Drei konnten kostenlos ausfahren.

Der Verein läutete bei seiner Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2014 eine Zeitenwende ein. Drei bewährte Vorstandsmitglieder traten nach jahrzehntelangem Wirken von ihren Ämtern zurück. So wurde Willi Hintzen nach unfassbaren 34 Jahren herausragender Vorstandsarbeit, davon die längste Zeit als Präsident, von Bernd Hoch abgelöst. Herbert Lefèbre trat sein Amt als Vizepräsident nach 21 Jahren in der Führungsmannschaft an Axel Weiß ab. Ebenfalls nach 21 Jahren verließ Bruno Schultze den Vorstand. Er hatte die überwiegende Zeit als Zelt- und Bühnenmeister bestritten und übergab diese Aufgaben nun an die Brüder Hermann-Josef und Friedel Esser. So wählten denn Mitglieder, Senatoren und Ehrenmitglieder einen neuen Vorstand und schenkten folgenden Männern ihr Vertrauen, die karnevalistischen Traditionen im Ort fortzuführen:

Präsident Bernd Hoch

Vizepräsident Axel Weiß

1. Vorsitzender Silvio Schuman

Geschäftsführer Jörg Kleinhans

Schriftführer Dr. Jürgen Hille

1. Schatzmeister Markus Häußler

2. Schatzmeister Guido Schauff

Literat Hans-Peter Arenz

1. Zelt- und Bühnenmeister Hermann-Josef Esser

2. Zelt- und Bühnenmeister Friedel Esser

Zugleiter Peter Schneider


Unsere Ehrenmitglieder Heinz Hintzen und Josef Merzenich verstarben 2014.


Session 2014/2015

Geschenk. Jubiläum. Neuerungen. Ehrungen.

So könnte die Session betitelt werden, die extrem kurz war und den Jecken lediglich vier Wochen Zeit gab, Fastelovend zu feiern. Aber eins nach dem anderen.

Zum ersten und einzigen Mal fand unser Herrenabend in der Gaststätte „Reitstall Strerath“ statt. Bei einem schmackhaften „Kölschen Buffet“ und reichlich Obergärigem feierten die Blaukappen ausgelassen bis weit in die Nacht.

Unseren „Karnevalistischen Frühschoppen“ richteten wir zwar in gewohnter Atmosphäre im Bürgerhaus aus, dennoch winkte eine Sensation: Die Gesellschaft bekam einen eigenen Marsch geschenkt, und an diesem Tag wurde die neue Blaukappen-Hymne der Öffentlichkeit vorgestellt. Gerd Wiesner, Kerpener Komponist, Berufsmusiker und Bruder von unserem langjährigen Senator Jochen Wiesner, hatte eigens für unseren Verein ein Musikstück komponiert. Dazu Gerd Wiesner: “Ich habe die Musik in einem spontanen Einfall in mein Handy gesungen, und auch der Text ist wie von selbst gekommen. Aus der Blaukappen-Chronik hatte ich mir Vereinsgründung, Kriegspause und aktuelles Treiben herausgegriffen und in Verse gegossen.“

So konnten die Anwesenden nur noch über den „Marsch der Blaukappen Heppendorf von 1930“ staunen:

Gegen Ende des Frühschoppens tauschten einige übermütige Mitglieder aus „Spass an d’r Freud“ ihre Uniformen mit Vertretern unserer befreundeten Karnevalsgesellschaft „Kluet un Rekelieser“ aus Oberembt. Die „Fehlfarben“ setzten ein letztes Ausrufezeichen hinter einen erfolgreichen Tag. Et wor en äch staats Feß!

Wie in der Vergangenheit war auch die diesjährige Herrensitzung mit 700 Narren restlos ausverkauft. Stolz waren wir Blaukappen auf unsere 20. Sitzung in Folge. Dem fantastischen Jubiläum wurde die Gesellschaft mit ihrem Sessionsorden gerecht, den ein leicht bekleidetes Nummerngirl zierte. Nun ja, nicht jeder im Ort wollte sich mit dem Motiv anfreunden. Einigen Kritikern zeigte das „halbnackte Maskottchen“ einfach zu viel Haut. Davon abgesehen entwickelte sich aber auch die Jubiläumsausgabe zum Straßenfeger. Mit Darbietungen u. a. der Tanzgruppen Kölner Rheinveilchen und Firestars, der Bands De Köbesse und Cölln Girls kamen die närrischen Männer voll auf ihre Kosten.

Auch wenn uns Karnevalisten Traditionen wichtig sind, manchmal gibt es eine Kurskorrektur, um mit der Moderne Schritt zu halten. In dieser Session gingen wir deshalb mit einem neuen Veranstaltungsformat an den Start. Unter dem Motto „Die total jecke Weiberfastnachtsparty“ feierte die Gesellschaft schon ab 12:00 Uhr eine bunte Fete im Zelt. Übrigens, für unsere Gäste hieß es „Eintritt frei“. Und die Zahl des Tages lautete EINS. Denn sämtliche Getränke und Speisen bot der Verein als besonderen Clou für je 1,00 Euro an. Zu der Premiere passte auch, dass wir erstmals die schönsten Kinderkostüme am frühen Nachmittag prämierten, bevor wir gegen Abend die besten Erwachsenen- und Gruppenkostüme auszeichneten. Schatzmeister Markus Häußler fasste den Tag wie folgt zusammen: „Eine absolut gelungene Veranstaltung, die mit Sicherheit auch in Zukunft einen festen Platz im Terminkalender der Gesellschaft haben wird.“

Die Ehrung dreier Mitglieder stellte einen emotionalen Höhepunkt beim „Fest in Blau“ dar. Die Auszeichnungen hatten es wirklich alle in sich. So wurde Karl-Heinz Odendahl für 40 Jahre Vereinstreue mit einer Jubiläumsurkunde gewürdigt. Heinrich Hoch erhielt für seine 50-jährige Mitgliedschaft ebenfalls eine Jubiläumsurkunde sowie eine Anstecknadel. Er war lange Zeit Schriftführer und Geschäftsführer der Gesellschaft und erhielt bereits den Verdienstorden der Blaukappen sowie den Verdienstorden in Gold des Karnevalsverbandes Rhein-Erft. Eine riesige Ehre kam unserem langjährigen Präsidenten Willi Hintzen zuteil, denn erstmals in ihrer Geschichte verlieh die Gesellschaft den Titel „Ehrenpräsident“. Auch Willi wurde bereits mit dem Verdienstorden unseres Vereins sowie dem Verdienstorden in Gold unseres Verbandes ausgezeichnet. Der neue Ehrenpräsident und die beiden anderen Hochkaräter hakten sich unter und genossen den einmaligen Augenblick.

„Dä Herjott muss ene Heppendörper sin“, brachte es Aktivposten Norbert Scharbaum am Sonntag auf den Punkt, denn für unseren Karnevalsumzug galten beste Wetterbedingungen: Wie schon so oft in den vergangenen Jahren strahlte der Himmel in allen Tönen unserer Vereinsfarbe. Vorzüglich gestärkt aus der Gulaschkanone von Silvio Schuman und Dr. Jürgen Hille machte sich der närrische Lindwurm auf seinen Weg durch den Ort. Unser Dank gilt vielen Einwohnern von Heppendorf, Stammeln und Widdendorf für ihre Teilnahme am „Zoch“ und die freizügige Unterstützung bei der Dorfsammlung! Ohne die finanzielle Beteiligung könnten wir die Kindergärten kaum mit Wurfmaterial versorgen.

Die Blaukappen nahmen in dieser Session Christian Müdder auf, Dirk Stoll konnte als Senator gewonnen werden.

Im Jahr 2015 verstarb unser Mitglied Gerhard Engels.


Session 2015/2016

Im Sommer 2015 hatte uns die Gesellschaft „Kluet und Rekelieser“ zu einem Grillfest eingeladen. Zum Unterhaltungsprogramm der Oberembter Karnevalsgesellschaft gehörte eine amerikanische Versteigerung, in deren Rahmen sich Silvio Schuman ein Bärenkostüm sicherte.

Während unseres „Karnevalistischen Frühschoppens“ führte er den befreundeten Verein in diesem Aufzug ins Bürgerhaus. Unter Lachen aller Anwesenden gab sich unser 1. Vorsitzender erst auf der Bühne zu erkennen. Mächtigen Spaß machten auch die Auftritte der Dreigestirne aus Elsdorf und Thorr. Letzteres hatte den Künstler „Mr. Tottler“ im Gepäck, der mit seiner Gitarre für gute Laune sorgte.

Bestens auf die 21. Herrensitzung vorbereitet, bahnte sich bereits kurz nach der Begrüßung durch Sitzungspräsident Axel Weiß eine Katastrophe an. Die Versorgung von über 600 Gästen mit Bier brach durch eine unzureichende Vorbereitung und Organisation des Caterers komplett zusammen. Die Folge war eine massive Unruhe im Zelt. Nachdem die „Durststrecke“ überwunden war, sorgte das schöne Programm von Literat Hans-Peter Arenz für einen versöhnlichen Sitzungsverlauf. Ein bestens aufgelegter Elferrat verabschiedete Hans Martin Schmitz auf eigenen Wunsch von der Bühne. Als Ne Jong vom Land garantierte der Redner jahrelang deftigen Humor. Stets hat er seinen Vortrag in Heppendorf mit dem Hinweis auf das Erkennungslied der männlichen Landbevölkerung eingeleitet und schon schmetterten mehrere hundert Kerle das Stück von „Schaufel, Hacke und was uns sonst so kaputt macht“. Zum Highlight der Sitzung avancierte die hochklassige Darbietung der Tanzformation High Energy, die bereits sechs Mal die Deutsche Meisterschaft im Showtanz gewonnen hat. Präsident Bernd Hoch zeigte während des Finales ein Einsehen mit den immer noch fitten Männern. Er versprach, im nächsten Jahr einen Freibierbon an jede Eintrittskarte zu hängen.

Mit der „total jecken Party“ erlebten wir an Weiberfastnacht einen weiteren Knalleffekt des diesjährigen Karnevals, denn ab Mittag füllte sich das Festzelt stetig mit Kostümierten. Ordentlich heizte der DJ dem Publikum ein, so dass Jung und Alt über Stunden „Spaß an d´r Freud“ hatten. Es war schon Nacht, als wir Blaukappen den Schlüssel ´rum drehten und die Party-Zone abschlossen.

Traditionell um 20:11 Uhr begrüßte Axel Weiß das närrische Volk zur „Großen Kostümsitzung“. Mit dem Einmarsch des Elferrates als staatse Köbesse begann ein farbenfrohes „Fest in Blau“, in dessen Verlauf das langjährige Vorstandsmitglied Herbert Lefèbre für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der Gesellschaft geehrt wurde. U. a. Schlenderhaner Lumpe, Die 3 Colonias sowie Funky Marys boten unseren Gästen wunderbare Auftritte. Und natürlich feierte Kölsch Feuer ein weiteres Heimspiel. Die Sitzung wurde von der Stimmungsband Big Maggas beschlossen. Am Dorfplatz brannte die Luft, als die Jungs aus Hamburg ihre irre Show abzogen.

Am Sonntagmittag hieß es wie jedes Jahr „D´r Zoch kütt“. Zugleiter Peter Schneider dirigierte den „Knubbel Lück“ souverän durch Heppendorf. Anschließend luden die Blaukappen alle Jecken zur "After Zoch Party" ins Zelt ein.

Für die Zeit zwischen den Sessionen muss besonders der sommerliche Grillabend der Gesellschaft erwähnt werden. In der Feldküche von Silvio Schuman und Dr. Jürgen Hille wartete ein ganzes Schwein darauf, von den Mitgliedern und ihren Familien verzehrt zu werden. Ein unerwartetes Wiedersehen gab es mit der Band Die Bremsklötz. Die 4-köpfige „Boygroup met Hätz“ sorgte mit ihrem überraschenden Stelldichein für einen hohen Spaßfaktor. Besonders unsere Frauen konnten alle Schlager und Ohrwürmer mitsingen.

Die Blaukappen nahmen Jannik Stephanus und Norbert Weidenfeld in ihre Reihen auf. Als Senatoren traten Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller, Claus Mork, Andreas Wolf, Lutz Hillesheim und Jerko Maric dem Verein bei.

Im Jahr 2016 verstarb unser langjähriges Mitglied und ehemaliger Fahnenträger Heinz Tochtenhagen.

Willi Müller, Freund und künstlerischer Förderer der Blaukappen, verstarb ebenfalls 2016. Er hatte die Gesellschaft bei zahlreichen Gelegenheiten mit kreativen Ideen unterstützt.


Session 2016/2017

Im November 2016 bildeten Familienfrühstück im Bürgerhaus und Herrenabend im „Goldenen Schuss“ wiederholt das Starterpaket für die neue Session. In der Gaststätte unseres Senators Jerko Maric durften sich Aktive, Senatoren und Ehrenmitglieder auf jede Menge rustikale Speisen und reichlich Bier aus der Leitung freuen. Die vereinsinterne Doppelveranstaltung hat sich bewährt und macht Lust auf die 5. Jahreszeit.

Eine nennenswerte Abordnung unserer Gesellschaft nahm im selben Monat am 1. "Rheinischen Abend" der "Freunde und Förderer des Rheinischen Brauchtums Berrendorf e.V." auf dem Gelände der Zuckerfabrik Elsdorf teil. In voller Uniform zogen wir Blaukappen mit dem Dreigestirn der Karnevalsgesellschaft Narrenzunft aus Berrendorf-Wüllenrath ein und erlebten einen Abend mit Auftritten von gleich 8 Top-Acts aus dem kölschen Karneval, darunter die Domstürmer, Kasalla, Cat Ballou und Paveier.

Schlagartig verdunkelte sich Anfang Dezember die sonst so heitere Welt der Blaukappen. Die Nachricht vom Tod unseres Ehrenpräsidenten Willi Hintzen löste tiefe Betroffenheit in unserem Verein aus. Aufgrund seiner sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten war die Anteilnahme auch darüber hinaus enorm. Der Verein verliert nicht nur einen sachkundigen und herausragenden Karnevalisten, sondern vor allem eine Integrationsfigur, die sich jahrelang nicht nur im Karneval vielfältigsten Führungsaufgaben gestellt hat. Der Blaukappen-Betrieb stand einen langen Moment vollkommen still, dann musste es weiter gehen. Sicherlich wäre das auch im Sinne von Willi gewesen.

Im Januar 2017 eröffneten wir den Heppendorfer Fastelovend traditionell mit dem „Karnevalistischen Frühschoppen“ im Bürgerhaus. Um einen reizvollen Auftakt des bunten Treibens kümmerten sich die beiden Dreigestirne aus Berrendorf-Wüllenrath, denn die Tollitäten um Prinz Heinz-Adam Schiffer hatten auch ihr schmuckes Jugenddreigestirn mitgebracht. Und sowohl das erwachsene Trifolium als auch der Nachwuchs wussten unsere Gäste mit Musik und Gesang zu unterhalten. Für eine blau–weiße Überraschung sorgte die „Karnevalsgesellschaft Altstädter Blau-Wiess-Horrem“. Eindrucksvoll zog sie mit ihrem Dreigestirn ins Bürgerhaus ein, darunter der Heppendorfer Stephan Kirchner als „Seine Deftigkeit“. Insgesamt ein Aufmarsch mit Grandezza, denn die Altstädter wurden von ihrem Männerballett begleitet, das einen erstaunlichen Showtanz auf engstem Raum präsentierte. Trotz der geringen Deckenhöhe gelang den flotten Männern sogar eine sehenswerte Flugnummer. Zum Abschluss betrat das designierte Heppendorfer Dreigestirn die Bühne. Die zukünftigen Tollitäten
Bernd Nußbaum, Lothar Wildner und Dietmar Wildner kommen aus der Heppendorfer Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft, und ihnen war die Vorfreude auf ihre Proklamation im November sichtlich anzumerken.

Außerhalb unserer üblichen „Auswärtsspiele“ in Neu-Etzweíler, Oberembt und Berrendorf folgten wir im Januar zunächst zwei besonderen Einladungen aus dem Nachbarort Sindorf. Zum 66. Geburtstag der dortigen Karnevalsgesellschaft „Fidele Jungen“ präsentierte sich eine feine Abordnung der Blaukappen in bester Verfassung. Nur eine Woche später fuhren wir erneut zu unseren Ortsnachbarn, um die Gesellschaft „Rötsch mer jett“ zu unterstützen. Sie hatte anlässlich ihres 88-jährigen Bestehens zu einem Sternmarsch ihres Dreigestirns eingeladen. An diesem außergewöhnlichen Umzug nahmen wir natürlich gerne teil.

Eine zarte Freundschaft bahnt sich mit der „Karnevalsgesellschaft Thorr“ an. Das zahlreiche Erscheinen der Nachbarn auf unserem Frühschoppen erwiderten wir freudig mit einem Gegenbesuch.

Der Aufenthalt bei der Oberembter Gesellschaft „Kluet und Rekelieser“ entwickelte eine besondere Dynamik. Nach einem langen Tag im dortigen Festzelt setzte sich Heinz-Adam Schiffer im vollen Prinzenornat ans Steuer seines Busses und machte unsere Rückfahrt zu einer eigenen Karnevalssitzung: Witze, Krätzje, Alaaf-Rufe, Zugabe, Rakete – alles dabei.

Natürlich gaben wir mit unserer Herrensitzung wieder eine hervorragende Visitenkarte für den Heppendorfer Karneval ab. Einmal im Jahr übernehmen die Männer das Regiment, und dann kommt es zum großen Wiedersehen in unserem Ort. Im Epizentrum auf dem Dorfplatz feierte zunächst Nummerngirl Kitty vor über 600 Männern eine gelungene Premiere. Mit ihrem temperamentvollen Auftreten hatte das Vollweib maßgeblichen Anteil an der ausgelassenen Stimmung im ausverkauften Festzelt. Dann sorgte bereits die Rede von Toilettenmann Motombo für kollektive Begeisterung. Endgültig verwandelten schließlich die Vorstellungen von Rockemariechen, Funky Marys, Golden Girls und Dürscheder Mellsäck das Zelt in den bekannten Hexenkessel. Der gemeinsame Auftritt von Star-Tenor Norbert Conrads und den Cheerleadern des 1. FC Köln entfaltete einen der schönsten und berührendsten Momente der Veranstaltung – das räumten auch Fans anderer Bundesliga-Vereine freimütig ein. Conrads präsentierte die „FC Hymne op klassisch“ und sang das Lieblingslied der kölschen Fußballfans auf seine eigene und besondere Art.

Nachdem wir die Erfolgsstory rund um unsere Party an Wieverfastelovend mit zahlreichen jungen und erwachsenen Karnevalsfans fortsetzen konnten, strömten die Narren auch für das „Fest in Blau“ zum Dorfplatz. Beste Unterhaltung beim „Großen Kostümball“ stellten der Bauchredner Klaus mit seinem Affen Willi, die Tanzcorps Schlehbuscher sowie Husaren Schwarz Weiß Siegburg, das Männerballett Die Tanzbienen und die Big Band Brass on Spass sicher. Auch Kölsch Feuer gab zum Abschluss der jecken Tage nochmals richtig Gas. Die neun hinreißenden Showtänzerinnen hatten sich vor der Session um vier junge Frauen verstärkt und rockten nun als „Wilde 13“ die Bühne.

Die Jahreshauptversammlung im Mai 2017 erwies sich als Mammutsitzung. Neben dem Rückblick auf die abgelaufene Session und einem Ausblick auf unser Jubiläumsjahr stand vor allem die Neuwahl des Vorstands auf der Tagesordnung. Dabei wurde im Wege einer Satzungsänderung auf den Posten des Vizepräsidenten zugunsten eines Beisitzers verzichtet. Nach der Wahl durch die Mitglieder übernehmen für die kommenden Jahre die Verantwortung:

Präsident Bernd Hoch

1. Vorsitzender Silvio Schuman

Geschäftsführer Jörg Kleinhans

Literat Hans-Peter Arenz

1. Schatzmeister Markus Häußler

2. Schatzmeister Guido Schauff

Schriftführer Dr. Jürgen Hille

1. Zelt- und Bühnenmeister Hermann-Josef Esser

2. Zelt- und Bühnenmeister Friedel Esser

Zugleiter Peter Schneider

Beisitzer Norbert Weidenfeld

Natürlich nahmen wir im Juni am Umzug der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft durch unseren Ort teil. Bei angenehmen Temperaturen bereicherten 20 fröhliche Blaukappen den Festzug.

So viel Glück mit dem Wetter hatten wir während unseres Grillfestes im Juli leider nicht. Das Schützenzelt hinter dem Bürgerhaus statteten wir bei Nieselregen und grauen Wolken mit unserer Karnevalsdekoration aus. In der Dämmerung sorgten die bunten Lampionketten dann doch schnell für eine heimelige Atmosphäre. Zum herzhaften Grillgut hatten unsere fleißigen Ehefrauen und Partnerinnen einige meisterhafte Salate vorbereitet. Knapp 70 Mitglieder und Familienangehörige genossen einen gemütlichen Abend, dessen Stunden im Nu verflogen. Selbstverständlich präsentierte Hans-Peter Arenz eine ausführliche Bildershow von der abgelaufenen Session, die von etlichen „Ahs“ und „Ohs“ begleitet wurde. Dabei wurde eins ganz deutlich:

Voller Erwartungen, schwungvoll und unternehmungslustig schaut die Gesellschaft auf ihr Jubiläumsjahr 2018.